bek

Rücksprung zur Auswahl


Brief vom 18. August 2018

Es spielt sich an Sichtbarem im Augenblick wenig ab. Gestern erschien ein Amerikaner im Café in Feldbach, nahm an meinem Tisch Platz und zog die Nummer mit dem Eisbecher ab. Gegenüber am nächsten Tisch hatten sie eine Frau platziert, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Frau in Hannover aufwies. Dieser Verwalter von der Company löffelte nun sein Eis, blickte erst die Frau und dann mich an, beides mehrfach und ganz bedeutungsvoll. Ich muss mir bei solchen Gelegenheiten immer ein Lachen verbeißen.
Das vor allem deshalb, weil er im Auftrag der Sicherheit bei mir hinsitzen musste, denn er soll verschwinden und dies möglichst bald. Bei der Schwellung seiner Augenringe schlug er mich um Längen aus dem Feld, dem ging es absolut nicht gut.

Abends wurde es auf der Rückfahrt von Feldbach nach Gleichenberg schon interessanter, sie hatten wieder aus Augsburg den für mich damals oder jetzt noch zuständigen Beamten von der CIA geholt. Er fuhr mit mir im Bus nach Gleichenberg, amüsiert war er überhaupt nicht. An der D’Orsay stieg er aus, mit einem Verpflegungsbeutel in der Hand und verschwand irgendwo zwischen Straßen und Gärten. Es mag für ihn eine lange Nacht geworden sein.

Heute Vormittag in Feldbach, zunächst ein Rotschopf aus der Ferne, könntest du gewesen sein, warst du aber sicherlich nicht, du trägst wohl kaum Schuhe im Ballettstil. Dafür dann aber ein Wagen ähnlich deinem, in der gleichen Farbe, vor der hellgrünen Rasenfläche gegenüber dem Busbahnhof, das Fahrzeug auf der Parkfläche mittig stehend. Will heißen, wir beide werden getrennt gehalten, da die Sicherheit den Status BI verweigert.
Besonders geschüttelt hat es mich nicht, denn gerade unter Status BI würden sie erst recht uns beide scharf voneinander getrennt halten.

Küsschen