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Brief vom 09. April 2019

Zunächst einmal die Reaktion der Amerikaner auf den Brief vom 7. April: Stocksauer und empört, immer das gleiche Spiel. Erst schauen sie in eine Zeitung und dann ein unendlich vorwurfsvoller Blick, an mich gerichtet. Leicht pathetisch ausgedrückt: Könnten Blicke töten, stündest du schon an meinem Grabe und würdest (hoffentlich) herzzerreißend schluchzen.

Das Theater geht nun um die Nachtangriffe. Sie stammen von rechten Beamten, ich vermute aber die Leute von der Company dahinter. Während es der Sicherheit immer besser gelingt, mich nächtens abzuschirmen, sind die Amerikaner und die rechten Beamten nach wie vor unvermindert und schutzlos ihren Nierenschmerzen ausgesetzt.

Die mir zugeordnete statische Geiselgruppe (100 Amerikaner und 100 rechte höhere Beamte) wird Nacht für Nacht mit Nierenschmerzen versehen, als Reaktion auf die Angriffe gegen mich. Ich wohne hier in der Nähe eines großen Büro- und Einkaufszentrums, zugleich eine Station der US Beamten von Company und Army. Kommt es nachtsüber zu Angriffen gegen mich, mehr oder minder erfolgreich inzwischen, dann nimmt diese Truppe im Bürokomplex am nächsten Tag ihre wohlverdienten Nierenschmerzen und das stets gleich über mehrere Stunden hinweg. Da die rechten Beamten jede Nacht stur angreifen, trotz der ihnen ebenfalls zugeteilten Nierenschmerzen, werden halt die große Geiselgruppe und die Beamten aus diesem Bürozentrum inzwischen täglich mit einbezogen.

Das zeigt nun verschiedene Effekte, teils mehr, teils weniger verständlich. Ich pflege immer meinen Kaffee in diesem Zentrum zu trinken, so schickte man nun zwei Schläger mehrfach ins Geschehen. Das Ritual: Erst verhielten sie sich drohend, daraufhin mussten sie den Abflug machen. Während des Theaters raste draußen ein Krankenwagen mit Blaulicht vorbei, inzwischen das Zeichen, dass die Sicherheit wieder einmal jemanden mit einer Nierenkolik zu Fall gebracht hatte.
Camp David war von den Amerikanern abgesagt worden, inzwischen aber ist es wieder von US Seite gewünscht. Zunächst zeigte man wieder Camp David auf den Jacken, aber dann muss es doch einigen aufgefallen sein, dass man zuvor davon Abstand genommen hatte. Also wechselte man, du glaubst es nicht, zum Domino (DI).

Was sie weiters in den Wahnsinn treibt, ist das Spiel mit den Kennzeichen. Ich trockne meine gewaschene Wäsche in einem Waschsalon, der liegt direkt an einer Hauptstraße. Während des Trockenvorgangs lümmele ich am Straßenrand herum und rufe Kennzeichen auf. In ihrer überkochenden Wut führen sie jedes Mal endlose Beschimpfungen per Nummernschild an mir vorbei, was aber einen bösen Effekt hat. Für jedes (!) aufgerufene Kennzeichen werden in der Stadt und in der Umgebung (Regierungsbezirk Schwaben und darüber hinaus) 100 rechte Beamte oder Amerikaner für mehrere Stunden unter Schmerzen gesetzt.

Wie du messerscharf daraus schließen wirst, wird es mir hier nicht langweilig. Nun gab es aber heute einen Zwischenfall und der betrifft dich. Auf dem Weg zum Waschsalon stieg ich in die Straßenbahn, dort setze ich mich stets an die gleiche Stelle. Mir gegenüber hatte ein junger Amerikaner Platz genommen, vermutlich von der Company, mit einem Apple-Laptop auf seinem Schoß. Für mich gut sichtbar und auch für mich gedacht auf dem Deckel eine wüste Beschimpfung, dich betreffend. Ich kann sie hier nicht wiedergeben, sie geht aber in die Richtung des Unterlagensatzes. Normaler Weise lässt sich die Sicherheit mit ihrer Reaktion Zeit, sie hat nur ungern Zeugen dabei, aber diesmal hat man dem jungen Mann gleich noch in der Straßenbahn einen Koffer gezeigt. Er wird uns verlassen.

Die Frage stellt sich nur, warum du und nicht ich? Es mag eine Ahnung davon geben, was sich unten so alles abspielen mag. Zudem gibt sich die rechte Seite hysterisch und alle Mühe, nur damit wir nicht in Verbindung kommen. Pummelschatz, da fällt mir sogleich wieder ein, ich warte auf dich…

Großes Küsschen